Bergbau
DER LIGNITBERGBAU IN VISONTA UND BÜKKÁBRÁNY
Die Mátra Kraftwerk GAG erzeugt aus heimischem Rohstoff, den Lignit Strom. Die beiden Tagebaue der Gesellschaft sind in Visonta und Bükkábrány zu finden. Das so genannte Südfeld in Visonta liegt auf der durch die Gemeinden Detk – Ludas – Karácsond – Halmajugra umgebene Fläche. Der Tagebau Bükkábrány der Aktiengesellschaft liegt 55 km östlich von Visonta auf der Fläche, die von den Gemeinden Bükkábrány – Vatta – Csincse umgeben wird.
Vom Moorwald zum Lignit
Die Lignite auf dem Mátra- und Bükk-Fuß haben sich Ende des Tertiärs der Erdgeschichte in der so genannten Pliozän-Ära vor circa 5-8 Millionen Jahren gebildet. In diesem Zeitraum haben sich zumeist Feinstrukturformationen hoher Mächtigkeit im Karpatenbecken - im vom Urmeer des Mittelmeeres, Thetys, abgetrennten nördlichen Meeresbecken (Parathetys) -, im sich sukzessive versüßenden Pannon-Binnenmeer gebildet. Das Vorkommen auf dem Mátra- und Bükk-Fuß ist aus dem Absterben der die sich versüßenden und abtrennenden Buchte des Pannon-Binnenmeeress begleitenden subtropischen Moorflora, aus der Anhäufung der Moorzypressen (Taxodium), Laubbäumen (z. B. Erle, Weide) bzw. Schilfgras, Schilfrohr großer Masse entstanden. Die 5-8 Mio. Jahre alten Lignite vertreten die Anfangsphase der Inkohlung, in denen sind die pflanzlichen Bestandteile gut erkennbar. Durch die sich wiederholende Absenkung des Beckens des Pannon-Binnenmeeres und die mit der Absenkung mehr oder weniger parallel verlaufenden Auffüllungsvorgänge sind immer neuere Pflanzenmassen unter Wasser und Schlamm gekommen. So sind die in Richtung S-SO zur Tiefebene hin mit 2-3 Grad einfallenden Lignitflöze entstanden. Wegen den Gegebenheiten der Flözbildung ist die Lignitqualität durch verhältnismäßig niedrigen Heizwert und hohen Asche- und Wassergehalt gekennzeichnet. Zwischen den und oberhalb der Lignitflöze sind sandige, schluffige und tonige Sedimente abgelagert.
Die ungarischen Lignitflöze sind auf Basis der Erkundungen der 1960er und 1970er Jahre verhältnismäßig gut bekannt. Ungarn hat einen bedeutenden Lignitvorrat. Das Lignitvorkommen am Mátra- und Bükkfuß beträgt mehrere hundert millionen Tonnen gewinnbaren Mineralvorrat, der für eine energetische Nutzung langfristig geeignet ist.
Die Abbautechnologie
Die Gewinnung des Lignits erfolgt in Visonta und Bükkábrány in Tagebauen. Gemäß der Abbautechnologie in Tagebauen muss zuerst das Gebirge (Ton, Schluff, Sand, usw.) oberhalb der Lignitflöze weggefördert, dann die Abraummaterialien in die offene Grube zurückgeschüttet werden. Wo der eine Tagebau flözleer geworden ist, schreitet die Grube weiter und der Abraum wird in die Grube des vorherigen Bereichs gefüllt.
Im abzubauenden Bereich wird drei Jahre vor der Kohlengewinnung mit der Vorfeldentwässerung begonnen. Dabei wird das Wasser der Hangendschichten und der zwischen den Lignitflözen vorliegenden wasserführenden Schichten und die tiefer liegenden Wasserspeicherungsformationen eingeleitet, woher die Schichtenwässer durch die Galeriebrunnen am Rande des Tagebaus zur Tagesoberfläche gehoben wird. Die Förderung des Abraums erfolgt vorrangig mit Schaufelradbaggern. Periodisch nehmen an der Abraumförderung auch noch Eimerkettenbagger teil. Zur Bedienung der Sondertechnologien ist der Einsatz von Eingefäßbaggern ebenfalls erforderlich.
Die Kohlengewinnung erfolgt mit Eimerketten- und Eingefäßbaggern. Die Eimerketten- und Schaufelradbagger geben die gebaggerten Materialien auf Förderbänder auf. Die Bandanlagen der Abbau- und Verkippungsseite sowie die Verbindungsbänder bilden Bandanlagensysteme. Diese bestehen aus Komponenten der Gurtbreiten von 1200, 1400, 1600 und 1800 mm.
Innerhalb des Kohlenförderungssystems dienen Schrägförderer (“Böschungsbrücken“) ungarischer Entwicklung und Fertigung der Überbrückung von großen Höhenunterschieden des Böschungssystems der Tagebaue und der Überquerung von Abraumbandanlagen, die zur Überbrückung eines Höhenunterschiedes von 22-25 m fähig sind.
Der Abraum wird mit Absätzern verkippt. Die Bagger, Bandanlagen und die Absetzer sind zu Geräteketten gekoppelt. Extra muss die ohne Bandanlagen arbeitende sog. Direktversturzkombination erwähnt werden, die nur aus Bagger und Absetzer besteht.
Der Lignit wird aus den Visonta-Tagebauen mit Bandanlagen zu den Brechern und von dort zum Kraftwerk gefördert. Das Brecherwerk im Tagebau Bükkábrány ist fähig, die grobstückige Fraktion abzuscheiden, somit ist es möglich, für die Bevölkerung zu verkaufen. Der abgebrochene Lignit wird nach den Brechern zum Kohlenlagerplatz für die Waggonbefüllung gefördert, woher die Kohle zum Kraftwerk mit Eisenbahnwaggons von 55-60 t transportiert wird. Der Lignit wird im Kraftwerk mit Waggonwippwerken entladen. Der Doppelwipper arbeitet mit einer Leistung von 800-1200 kt/a und der Kreiselwipper von 2500-3000 kt/a. Die Kohle wird von den Wippwerken mit Bandanlagen zum Kohlenlagerplatz bzw. direkt zu den Blöcken des Kraftwerkes gefördert.


