Die letzte Chance
Die letzte Chance zur Änderung der Stromerzeugungstruktur
Die letzte Chance
Das Mátra Kraftwerk
Die letzte Chance zur Änderung der Stromerzeugungstruktur
Am 12.12.2008 wurde in der Sitzung des Europäischen Rates in Brüssel ein Maßnahmenpaket im Interesse der Schaffung der karbonarmen europäischen Wirtschaft im Zusammenhang mit dem Herauskommen aus der Krise angenommen. Der Europäische Rat, dann am 17. Dezember das Europäische Parlament haben die klimapolitischen Maßnahmen zu Mittel der Entwicklung der europäischen Wirtschaft gemacht.
Das durch das Parlament angenommene klimapolitische Paket besteht aus 8 Dokumenten (aus 6 Richtlinienentwürfen beziehungsweise je 1 Beschluss und Verordnungsentwurf) und ändert unter anderem die Direktive 2003/87/EG über die Emission der Treibhausgase und den Handel. Im Sinne der Änderung der Richtlinie werden die der Kohlendioxidemissionen nicht ausgesetzten Industriezweige ab dem 01.01.2013 verpflichtet sein, die für ihre Tätigkeit erforderlichen Kohlendioxydemissionseinheiten zum Teil oder vollständig auf Auktion einzukaufen.
Wie wirken die durch das Europäische Parlament angenommenen Richtlinienentwürfe (die der Europäische Rat voraussichtlich in seiner Sitzung im März bestätigen wird) auf die künftige Tätigkeit beziehungsweise Entwicklungsstrategie des Mátra Kraftwerkes aus? Darüber haben wir den Vorstandsvorsitzenden der Mátra Kraftwerk Geschlossene Aktiengesellschaft, József Valaska, gefragt.
Wie Sie es in der Einführung formuliert haben, betrachten die Führungsgremien der Europäischen Union die Klimapolitik als eines der wichtigen Mittel des Herauskommens aus der Krise. Es ist sehr wichtig zu verstehen, dass die Klimaschutzstrategie der Union bei alldem, dass sie die auch durch die Treibhausgase generierte globale Erwärmung ermäßigen will, ist es zugleich auch ein Mittel für das Herauskommen aus der Krise in den Mitgliedstaaten. Der europäische Rat hat mit diesem Maßnahmenpaket die Kraftwerksentwicklungspolitik im Interesse der Verbesserung der Beschäftigung, der technischen und technologischen Entwicklung und im Interesse der Erhöhung der Versorgungssicherheit der einzelnen Volkswirtschaften zum Motor der wirtschaftlichen Entwicklung gemacht.
Die Klimapolitik ist also kein Ziel, sondern ein Mittel. Ungarn wird dann die Klimapolitik seiner wirtschaftlichen Zielen gut unterordnen können, wenn es solche Lösungen wählt, mit denen Arbeitsplätze geschaffen werden, die Beschäftigung verbessert wird und wenn diese Maßnahmen kurz- und auch langfristig der Erhöhung des Wohlstandes der Bürger des Landes beitragen. Die Erfüllung der in der Klimapolitik übernommenen Pflichten kann auch eine Riesengefahr bedeuten, wann ein Land solche Lösung wählt, wo der ungarische Wertbeitrag gering oder gerade Null ist, weil dann das Erreichen der klimapolitischen Ziele den Wohlstand der Bürger eines anderen Landes, der Erhöhung der weiteren Lasten beziehungsweise der Verarmung der ungarischen Bevölkerung führen wird.
Die Mitteilung des Europäischen Rates beziehungsweise der Artikel 10 der durch das Europäische Parlament angenommenen Richtlinienänderung sichern ausdrücklich für die in quasi schlimmster Lage befindlichen neuen Mitgliedstaaten wie Ungarn abweichende und zusätzliche Mittel für die Modernisierung der Stromerzeugung. Im Sinne der Regelung sind diejenigen Länder, die im Jahre 2006 mehr als 30% des Stromes aus einem einzigen fossilen Brennstoff erzeugt haben (in Ungarn war es das Gas) (Bild 1), beziehungsweise in welchen Ländern im Jahre 2006 das zu laufenden Preisen berechnete GDP pro Person (in Ungarn betrug es 8936,2 €/Person) nicht 50% des mittels der EU-27-Länder (23683 €/Person) übertrifft, berechtigt, zur Modernisierung der Kraftwerksinfrastrukturen und Diversifizierung der Energiezusammensetzung und der Einkaufsquellen zum Teil und vorübergehend nach wie vor kostenfreie CO2-Allokation für ihre Kraftwerke sicherzustellen.
Über die oben angegebenen hinaus können 2013 bis 2016 die aus der Auktion der Emissionsrechte eingeflossenen Einnahmen zur Unterstützung der Investitionen von CCS-bereiten Kraftwerke aufgewendet werden. Die Unterstützung kann höchstens 15% des Investitionsbetrages erreichen, vorausgesetzt, dass der Wirkungsgrad den in der bezüglichen Richtlinie vorgeschriebenen Wert erreicht, der in Bezug auf den Lignit 41,8 % beträgt.
Auf dieser Basis ist zu behaupten, dass die Union durch ihre Bestimmungen die Entwicklung des der Kraftwerksindustrie ausdrücklich unterstützt, sogar macht es zum Motor der Wirtschaft.
Sinngemäß weisen sie darauf hin, dass ihre Entwicklungszielsetzungen mit den Unionszielen übereinstimmen.
Mátra hat zahlreiche Entwicklungsalternativen, die wir in den letzten Jahren vorbereitet und genehmigen lassen haben. Mátra wird ihre Entwicklungsstrategie der ungarischen Energiepolitik und den Interessen des Landes unterordnen.
Natürlich halten wir vom Aspekt der Entwicklung von Mátra für die beste Lösung die Errichtung eines Lignit-Neubaublocks hohen Wirkungsgrades, an dem wir mit der MVM gemeinsam arbeiten, wo bereits der Wirkungsgrad im ersten Schritt 42% erreicht beziehungsweise übertrifft, wobei dieser Wirkungsgrad mit dem Einbau der Kohlentrocknungsanlage auch um 3 bis 5% zu erhöhen ist und welcher Block in offiziellem Blatt der Europäischen Union so ausgeschrieben wurde, dass dieser alle diejenigen Ankopplungselemente und Schnittstellen enthalten muss, die die Abtrennung des Kohlendioxids und nach Bedarf das Einpressen des Kohlendioxids in die Salinenformationen, die sich in der Umgebung von Mátra in einer Teufe von 1100-1200 m zu finden sind, sicherstellen. Die Errichtung eines solchen Blocks ist unserem Standpunkt nach günstig für das Land, weil mit der Inbetriebsetzung dessen gleichzeitig zwei Stück 100-MW-Blöcke mit einem Wirkungsgrad von 26% abgeschaltet werden und somit kommt aus dem hohen Wirkungsgrad des neuen Blocks eine neue Leistung von zusätzlich 200 MW zu Stande, so dass dadurch keine zusätzlichen Kohlendioxidemissionen entstehen. Gleichzeitig werden jedoch die Möglichkeiten der CO2-Abtrennung geschaffen, die Abtrennungsanlage kann mit dem Fortschritt der technischen Entwicklung, als die Preise wegen der Massenherstellung bereits zurückgehen, eingebaut werden. Dabei mindert Ungarn seine Exportabhängigkeit (siehe Bild 2), aber gleichzeitig verbessert oder zumindest behält den Anteil des Lignits am Energiemix bei (Bild 3). Auf den vorherigen Bildern ist es gut ersichtlich, dass Ungarn, das viel höhere Lignitvorräte hat als zum Beispiel Tschechien, in viel geringerem Ausmaße seinen eigenen Brennstoff ausnutzt und es spiegelt sich neben den Versorgungssicherheitsfragen an der Höhe der Beschäftigung und im Wohlstand der Leute ebenfalls zurück, wenn wir eine Parallele ziehen.
Bild 2
Ich denke so, dass Ungarn heute und Anfang des kommenden Jahrzehnts eine solche Kraftwerksentwicklung benötigt, die eine bestätigte billige elektrische Energie erzeugt, eine heimische Wertschöpfung bedeutet, hierbei Arbeitsplätze errichtet werden, die Versorgungssicherheit verbessert wird und dessen Preis in den späteren nicht von den Auswirkungen der Weltwirtschaft abhängt.
Bedeutet es, dass Sie das Lignitkraftwerk gegenüber den Entwicklungen auf Gasbasis bevorzugen?
Wie ich es oben mitgeteilt habe, unterordnet Mátra ihre Entwicklungspolitik der Energiepolitik. Wenn die Energiepolitik Ungarns das Graskraftwerk bevorzugt, ist natürlich dann auch Mátra bereit, ein Gaskraftwerk zu bauen. Mátra hat bereits vor Jahren ihre Pläne zum Umbau eines seiner Kohleblöcke in 400-MW-GUD-Block ausarbeiten und die Gasleitung ausbauen lassen und die Gasnetzkapazitäten bis Ende 2013 gebunden. Mátra hat bis zu diesem Termin die Möglichkeit, in jedem Zeitpunkt mit dem Projekt zu beginnen. In der gegebenen Lage würde ich es weder politisch noch fachlich für richtig halten. Mátra würde mit der Entwicklung des Gaskraftwerks höchstens für eine vorübergehende Zeit neue Arbeitsplätze schaffen, aber langfristig würde sie sich gezwungen sehen, die bestehenden Bergbaukapazitäten zurück zu entwickeln und dadurch einen Teil ihrer Mitarbeiter abzubauen. Dabei käme Mátra in eine viel schlimmere Lage vom Aspekt des Erreichens der klimapolitischen Ziele, obwohl die CO2-Emission des Gasblocks niedriger ist, ist jedoch die Abtrennung des Kohlendioxids aus diesem Rauchgas mit hoher Temperatur im Gegensatz zu einem Lignitkraftwerk verhältnismäßig umständlich. Seitens Mátra ist also die Erweiterung auf Gasbasis nicht präferiert, auch dann nicht, wenn die Investitionskosten niedriger liegen. Gemäß dem uns verfügbaren Daten würde unser eigener Erdgasblock teurer erzeugen als der bestehende oder der neue Lignitblock, trotzdem, dass die Investitionskosten der GuD-Einheit um fast 40% niedriger liegen würden als die einer Grünwiesen-GUD-Einheit.


