Gedanken zur Klimapolitik
Energie-Anlage der Zeitschrift Weltwirtschaft
Das Mátra Kraftwerk: Entsprechen der Klimaschutzstrategie der EU Gedanken zur Klimapolitik
Am 27.02.2009 haben am Klimagipfel im Hotel Intercontinental die Vertreter der Politik, der Wirtschaft, des Umweltschutzes und anderer ziviler Organisationen für die Einführung des Klima-Energie-Paketes der Europäischen Union und für die Realisierung der Umstellung auf eine Wirtschaft mit niedrigem Karbongehalt ihre Verpflichtung geltend gemacht. Bereits auch aus den Gesprächen in den Pausen des Klimagipfels hat sich jedoch herausgestellt, dass jeder der Teilnehmer entsprechend seinem eigenen politischen, wirtschaftlichen und existenziellen Interesse über die Art und Weise des Erreichens der klimapolitischen Ziele etwas anderes denkt. Obwohl die Ermäßigung oder Verhinderung des Klimawechsels ein Interesse und Ziel der gesamten Zivilisation ist und vor diesem Hintergrund ist es als ein Ziel festzulegen, es darf jedoch nicht vergessen werden, dass das Klima-Energie-Paket der Europäischen Union ein wichtiges wirtschaftliches Mittel zum Erreichen der klimapolitischen Ziele ist. Es ist eine Verantwortung der Politik, durch die Festlegung der klimapolitischen Ziele eine wertschöpfende Wirtschaft mit niedrigem Karbongehalt aufzustellen. Deshalb muss jedes Land die an seine Volkswirtschaft am besten angepassten Mittel zum Erreichen der klimapolitischen Ziele finden. Wie in Westeuropa seit den neunziger Jahren mehr als 100 000 neue Arbeitsplätze im Zusammenhang mit der Errichtung von Windkraftwerksparks zustande gekommen sind oder nach der Entscheidung des Europäischen Rates im März 2006 (Schlussfolgerungen der Präsidentschaft) bis zum heutigen Tage in Deutschland mehrere 100 000 neue Arbeitsplätze durch die Biomasse-Produktion zu Stande kamen, muss genauso auch in Ungarn dann in fast jedem Fall geprüft werden, als der Staat eine Beihilfe leistet und der Verbraucher die mit den erneuerbaren Energien verbundenen erhöhten Kosten bezahlt, wo dessen Nutzen dann in der ungarischen Wirtschaft erscheinen, wo diese im Budget erscheinen, das heißt, wie wir es für die Bevölkerung ausgleichen. Schaffen wir mit den klimapolitischen Zielen in Westeuropa oder Asien neue Arbeitsplätze, wird dann das Erreichen der klimapolitischen Ziele nicht das Vorankommen der ungarischen Bevölkerung, sondern ihre weitere Verarmung bedeuten. Als wir also von einer neuen Wirtschaft mit niedrigem Karbongehalt sprechen, gibt es dann über die Entfaltung einer den klimapolitischen Zielen untergeordneten neuen wertschöpfenden Wirtschaft die Rede, deren Ziel die Erhaltung und Erhöhung der Versorgungssicherheit, die Erhaltung des wettbewerbsfähigen Strommarktes mit quasi niedrigen Preisen ist, was so zu erreichen ist, dass es in Ungarn einen Wert schöpft und Arbeitsplätze schafft oder bewahrt.
Die Zukunft der Kohlekraftwerke
Als wir von der Klimapolitik und die Minderung der Kohlendioxidemission sprechen, sind wir dann geneigt, daran zu denken, keine neuen Kraftwerke zu bauen oder die Stromerzeugung der Kohlekraftwerke zu mindern. Gleichzeitig vergessen wir, dass kaum mehr als die Hälfte des infolge der ungarischen Stromerzeugung emittierten Kohlendioxids aus Kohlekraftwerken stammt, der Rest kommt von Gaskraftwerken, obwohl die Belastung dieser Letzteren in den vergangenen Jahren - aufgrund der außerordentlich hohen Gaspreise - wesentlich zurückgegangen ist. Heutzutage ist es vorgesehen, Gaskraftwerke in etwa 3000 MW zu errichten, manche werden gerade gebaut, die für Ungarn ein Expandieren des Kohlendioxidemissionsproblems bedeuten werden. Die Kohle beteiligt sich heute an der Energieerzeugung der Welt mit etwa 50%. Dabei sind die Kohlenvorräte nachweisbar für längere Zeit ausreichend als die Gas- oder Ölvorräte, deshalb kann die Welt nicht auf die energetische Nutzung der Kohle verzichten und wird es auch nicht tun. Die Welt kann es auch deshalb nicht machen, weil die Errichtung der Kernkraftwerke aufgrund von Regelungsproblemen ebenfalls an Grenzen stößt, zugleich beträgt der Strompreis aus der Kohle weniger als die Hälfte des Strompreises aus Gas. Von diesen Tatsachen ausgehend arbeiten heute die Experten daran, die so genannten sauberen Kohlentechnologien zu entwickeln und in industriellen Abmessungen wirtschaftlich zu gestalten. In Ungarn beträgt die Kohleverstromung weniger als 20% und dieser Anteil wird bis 2020 auf ca. 12% sinken. Daraus ist es ersichtlich, dass andere Wirtschaftsregionen der Welt oder Europa mit viel größeren Problemen zu kämpfen haben werden. In dem Entwicklungsprozess der Evolution verschwinden die Kohlekraftwerkskapazitäten geringerer Leistung bis hum zweiten Jahrzehnt nach der Jahrtausendwende vom Markt, weil diese Einrichtungen geschlossen werden. Die Einheiten höherer Leistung (über 300 MW) werden sukzessive mit Kohlendioxidwäschern versehen, während die neuen Einheiten bereits mit einer geänderten Technologie errichtet werden, wodurch die CO2-Abtrennung und -Speicherung sichergestellt wird. Die Welt verzichtet also nicht auf die energetische Nutzung der Kohle und kann auch nicht darauf verzichten, insbesondere, wenn wir es zugrunde legen, dass die Versorgungssicherheit aufrechtzuerhalten ist und die Wettbewerbsfähigkeit des Stromes zur Beibehaltung der Wettbewerbsfähigkeit der Industrie unerlässlich ist. Um die Treibhausgaseffekte durch die Kohle zu verhindern, müssen wir für die Nutzung des Brennstoffs auf hohem Wirkungsgrad und in Übereinstimmung mit den klimapolitischen Zielen für die Minderung der Emission und die Abtrennung des Kohlendioxids sorgen.
Entsprechen der Klimaschutzstrategie der EU
Das Mátra Kraftwerk kann aufgrund seiner Rolle in der Volkswirtschaft und der Auswirkungen auf die Strompreise, die Arbeitsplätze und auf andere Wirtschaftszweige (z.B. Zementindustrie, Gipsplattenherstellung, usw.) nicht auf die energetische Verwertung des Lignits verzichten, gleichzeitig ist es auch dafür verantwortlich, das Erreichen sämtlicher Zielkomponenten im Klima-Energie-Paket der Union im eigenen Bereich zu fördern. Das Mátra Kraftwerk wird die Effizienz des Energieverbrauchs (den Wirkungsgrad des Kraftwerkes) bis 2020 insgesamt um beinahe 20% erhöhen, während der Anteil des aus erneuerbaren Energiequellen erzeugten Stromes in Visonta 20% erreicht und die spezifische Kohlendioxid-Emission über 20% sinken wird. Das Mátra Kraftwerk wird nach den derzeit gültigen Plänen bis zur Mitte des Jahrzehntes nach der Jahrtausendwende Strom in Höhe von 1 TWh pro Jahr aus erneuerbaren Energiequellen erzeugen, was im Zieljahr des Klima-Energie-Paketes im Jahre 2020 2% der ungarischen Stromerzeugung ausmachen wird. Die Kohlendioxid-Emission des Mátra Kraftwerkes betrug im Jahre 2005 6,2 Mio. t, was durch die Stilllegung der 100-MW-Blöcke zur Mitte des zweiten Jahrzehntes um 1,8 Mio. t mindern wird. Die energetische Nutzung der Biomassen beziehungsweise die Erhöhung dieser mindert insgesamt um weitere 1.000.000 Mio. t die Jahresemission. Die energetische Rohstoffproduktion auf anderen, zu landwirtschaftlichen Zwecken nicht tauglichen Flächen ermöglicht für die Landwirtschaft eine Entfaltung, während eine heimische Wertschöpfung erfolgt. Im kommenden Jahrzehnt, als die Kraftwerke verpflichtet sein werden, die zur Erzeugung erforderlichen Kohlendioxidemissionseinheiten auf Auktionen oder im CO2-Handel einzukaufen, wobei diese Kosten auf die Verbraucher übertragen werden, gibt es hierbei von der Wiederanlegung der durch Verbraucher bezahlten CO2-Kosten in die heimische Wertschöpfung die Rede.


